Verzögerer (VZ) verlängern die Dauer der Verarbeitbarkeit des Betons.
Sie bestehen vorwiegend aus Phosphaten und Oxicarbonatsäuren und deren Salzen, sowie aus organischen Stoffen, z.B. Glukonaten. Der Verzögerer behindert je nach seiner Art für eine gewisse Zeit das Inlösungsgehen der reaktionsschnellen Komponenten des Zements, z.B. der Aluminate, oder die Einwirkung des Wassers auf den Zement, so dass die Hydration verzögert wird. Die Verzögerung hängt vom Verzögerer selbst und von der chemischen Zusammensetzung des Zements ab. Auch die Frischbeton- und die Umgebungstemperatur haben Einfluss auf die Verzögerung.
Die Art des Verzögerns wird durch die Art des Verzögerers bestimmt. Während Verzögerer auf Phosphatbasis Beginn und Ende der Verzögerung etwa gleichmäßig hinauszögern, verändern Verzögerer aus organischen Stoffen, besonders solche auf der Basis von Oxicarbonsäuren und Glukonaten nicht nur den Erstarrungsbeginn, sondern auch das Erstarrungsende. Der Zeitraum zwischen Beginn und Ende des Erstarrens (Liegezeit) kann hierbei bis zum Zehnfachen größer sein als bei Beton ohne Verzögerer. Bei einigen Verzögerern aus organischen Stoffen ist auch früh- zeitiges Ansteifen festgestellt worden.
Sie werden beispielsweise zum Vermeiden von Arbeitsfugen in größeren Bauteilen angewendet, wenn der verarbeitete Frischbeton nachträglich Verformungen ausgesetzt ist, z.B. bei Setzungen des Lehrgerüstes, aber auch beim Betonieren bei hohen Temperaturen infolge deren Einflusses die Hydration sowie bei langen fahr- bzw. Wartezeiten von Transportbetonfahrzeugen.
[1] Deutscher Beton – Verein e.V. „Beton- Handbuch“.