Bluten

Auf der Oberfläche des verdichteten Betons sondert sich häufig nach einiger Zeit eine mehr oder weniger dicke, mit Rückständen versetzte Wasserschicht ab. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Bluten (s. a. Stabilisierer).

Bluten kommt dadurch zustande, dass die Zement- und Zuschlagkörner aufgrund ihrer höheren Dichte zum Absetzen neigen. Sie verdrängen das leichtere Wasser nach oben, wobei dieses Feinstanteile des Zements mit sich reißt. Das beim Bluten ausgetretene Wasser wird, soweit es nicht verdunstet, vom Zementstein später ganz oder teilweise wieder aufgenommen. Es verschwindet in den Poren, die bei der Hydration entstehen, weil die Hydrationsprodukte weniger Raum einnehmen als die Ausgangsstoffe Zement und Wasser (Schrumpfen).

Die mit Rückständen angereicherte Wasserschicht ist nicht nur auf die Betonober- fläche begrenzt. Sie tritt auch im Inneren unter gröberen Zuschlagkörnern auf und auf der Unterseite horizontaler Bewehrungsstäbe, da diese dem eingangs genanten Absetzvorgang nicht folgen können.

Das Ausmaß des Blutens hängt von spezifischen Eigenschaften des Zements, aber auch von der Betonzusammensetzung und den Erhärtungsbedingungen ab.

Wegen der größeren Erstarrungs- und Erhärtungsgeschwindigkeit neigen feiner gemahlene Zemente weniger zum Bluten als grobkörnige.

[1] Wegler/Karl; „Beton-Arten-Herstellung-Eigenschaften“, Ernst&Sohn Verlag

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